BCG-Matrix | Erklärung, Strategien, Beispiel

Die BCG-Matrix ist ein Werkzeug, um die Produkte eines Unternehmens zu analysieren.

Man betrachtet dabei zwei Aspekte:

  • Marktwachstum
  • Marktanteil

Indem man die beiden Aspekte weiter in ‚hoch‘ und ‚niedrig‘ untergliedert, lassen sich Produkte in vier Kategorien einteilen:

BCG-Matrix
BCG-Matrix mit vier Feldern
Aus der BCG-Matrix kann ein Unternehmen Strategien für seine Produkte ableiten:

  • Question Marks → investieren
  • Stars → investieren
  • Cash Cows → abschöpfen
  • Dogs → abstoßen
Was heißt ‚BCG‘?
‚BCG‘ steht für ‚Boston Consulting Group‘, eine US-amerikanische Unternehmensberatung. Mitarbeiter der BCG entwickelten die Matrix in den 1960er Jahren, der Gründer und CEO Bruce Henderson machte sie 1970 durch den Essay „The Product Portfolio“ bekannt.

BCG-Matrix: einfach erklärt

Mit der BCG-Matrix analysiert man die die Produkte eines Unternehmens, indem man zwei Aspekte betrachtet:

  • Wie schnell wächst der Markt?
  • Welchen Anteil hat ein Produkt am Markt?

Das Wachstum soll anzeigen, wie attraktiv der Markt ist, der Anteil, wie stark das Produkt ist.

Man unterscheidet weiter, ob die beiden Aspekte hoch oder niedrig ausgeprägt sind, und ordnet Produkte so in vier Kategorien ein:

Marktwachstum Marktanteil
niedrig hoch
hoch Question Mark❓ Star ⭐
niedrig Dog 🐕 Cash Cow 💰

Jeder Kategorie wird eine Phase im Lebenszyklus eines Produktes zugeordnet, mit einem bestimmten (angenommenen) Muster beim Cashflow:

Kategorie Phase Einnahmen Ausgaben Summe
Question Mark❓ Einführung niedrig hoch negativ
Star ⭐ Wachstum hoch hoch ausgeglichen
Cash Cow 💰 Reife hoch niedrig positiv
Dog 🐕 Sättigung niedrig niedrig ausgeglichen

Um auf Dauer Erfolg zu haben, sollte ein Unternehmen auf die richtige Mischung der Produkte achten und je nach Kategorie eine bestimmte Strategie verfolgen:

BCG-Matrix: Strategien
Kategorie Strategie Erklärung
Cash Cow 💰 abschöpfen Cash Cows bringen jetzt Geld ein.

Weil ihr Markt nur langsam wächst, sollte das Geld aber nicht in die Cash Cows reinvestiert werden, sondern in andere Produkte.

Star ⭐ investieren Stars bringen künftig Geld ein, wenn sie zu Cash Cows werden (ihr Markt also nur noch langsam wächst und sie ihren Anteil daran halten können).

Die Einnahmen der Stars sollten reinvestiert werden, um den Anteil zu halten.

Question Mark❓ investieren Question Marks können in Zukunft Geld einbringen, wenn sie sich erst zu Stars und dann zu Cash Cows entwickeln.

Dazu müssen sie einen größeren Anteil am Markt gewinnen – um das zu erreichen, sollte man den Überschuss der Cash Cows in aussichtsreiche Question Marks investieren.

Dog 🐕 abstoßen Dogs bringen jetzt ungefähr so viel Geld ein, wie sie brauchen (was auch in Zukunft wohl so bleiben wird, weil ihr Markt nur langsam wächst).

Sie sollten deshalb verkauft oder eingestellt werden, damit man sich auf die anderen Produkte konzentrieren kann.

Tipp
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Beispiel: BCG-Matrix erstellen

In einer Kleinstadt gibt es zwei Eisdielen: Alba (A) und Bosco (B), die jeweils vier Produkte anbieten:

  • Milcheis
  • veganes Eis
  • Frozen Joghurt
  • Sorbet

Eisdiele A will ihre Produkte mit einer BCG-Matrix analysieren und geht in vier Schritten vor:

  1. Marktwachstum bestimmen
  2. Marktanteil bestimmen
  3. Matrix erstellen
  4. Strategien ableiten

1. Marktwachstum bestimmen

Eisdiele A berechnet zuerst, wie schnell der Markt wächst. 

Unter ‚Markt‘ versteht man hier die Einnahmen, die die Unternehmen der Branche zusammen erzielen, also den gesamten Umsatz.

Im Beispiel besteht die Branche nur aus den beiden Eisdielen: Sie haben im letzten Jahr jeweils 100.000 Euro Umsatz gemacht, der Markt hat also ein Volumen von 200.000 Euro.

Für das kommende Jahr erwarten die zwei Eisdielen jeweils rund 5.000 Euro mehr Umsatz, also zusammen 10.000 Euro. Damit würde der gesamte Umsatz 210.000 Euro betragen.

Das erwartete Marktwachstum berechnet sich so:

(210.000 € – 200.000 €) / 200.000 € = 5 %

Eisdiele A schätzt auch ab, wie stark der Markt für die einzelnen Produkte wächst, und berechnet folgende Raten (auf die gleiche Weise wie oben):

Milcheis veganes Eis Frozen Joghurt Sorbet
4 % 5,5 % 7,5 % 3 %

2. Marktanteil bestimmen

Eisdiele A berechnet nun, welchen Marktanteil ihre Produkte und die von Eisdiele B haben.

Beim Milcheis sind die Umsätze so verteilt:

Markt A B
100.000 € 55.000 € 45.000 €

Man berechnet daraus die Anteile, indem man den Umsatz einer Eisdiele durch den des Marktes teilt:

Anteil A 55.000 € / 100.000 € = 55 %
Anteil B 45.000 € / 100.000 € = 45 %

Hier sind die Umsätze aller Produkte und die Anteile der beiden Eisdielen:

Milcheis veganes Eis Frozen Joghurt Sorbet
Umsatz A 55.000 € 18.000 € 20.000 € 7.000 €
Umsatz B 45.000 € 12.000 € 30.000 € 13.000 €
Umsatz Markt 100.000 € 30.000 € 50.000 € 20.000 €
Anteil A 55 % 60 % 40 % 35 %
Anteil B 45 % 40 % 60 % 65 %

Für die BCG-Matrix braucht man den relativen Marktanteil; um ihn zu berechnen, teilt Eisdiele A ihren absoluten Anteil durch den von B, also zum Beispiel beim Milcheis:

55 % / 45 % = 1,22

So ergeben sich folgende relative Marktanteile für alle Produkte:

Milcheis veganes Eis Frozen Joghurt Sorbet
1,22 1,5 0,67 0,54

3. Matrix erstellen

Eisdiele A zeichnet ein Koordinaten-System mit zwei Achsen: Die waagrechte Achse zeigt den Marktanteil an, die senkrechte das Marktwachstum.

Um die vier Kategorien zu erhalten, müssen die Achsen in ‚hoch‘ und ‚niedrig‘ unterteilt werden; dazu braucht es Grenzwerte:

  • Der Grenzwert der Marktanteils-Achse ist immer 1 (bei diesem Wert hätten die verglichenen Produkte den gleichen Anteil).
  • Der Grenzwert der Marktwachstums-Achse lässt sich unterschiedlich festlegen,  häufig verwendet man die Wachstumsrate der Branche (hier: 5 %).

Eisdiele A trägt alle Werte in das Koordinaten-System ein und erhält so die BCG-Matrix:

Übersicht: Werte
Marktwachstum Marktanteil (relativ)
Grenzwert 5 % 1
Milcheis 4 % 1,22
veganes Eis 5,5 % 1,5
Frozen Joghurt 7,5 % 0,67
Sorbet 3 % 0,54

BCG-Matrix: Eisdiele A
BCG-Matrix-Beispiel für eine Eisdiele mit vier Produkten

Tipp
Du kannst die BCG-Matrix auf einem Blatt Papier oder mit Excel erstellen. Wenn du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Excel brauchst, frag unseren kostenlosen KI-Chat.

4. Strategien ableiten

Für die vier Produkte ergeben sich folgende Strategien:

Produkt Strategie
Milcheis 💰 Überschuss abschöpfen
veganes Eis ⭐ investieren (eigene Einnahmen)
Frozen Joghurt❓ investieren (Überschuss von Milcheis)
Sorbet 🐕 einstellen oder verkaufen

Welche Schwächen die BCG-Matrix hat

Die BCG-Matrix vereinfacht stark, denn sie betrachtet nur Marktwachstum und Marktanteil.

Die beiden Aspekte sollen anzeigen, wie attraktiv der Markt ist (Wachstum) und wie erfolgreich das eigene Produkt ist (Anteil) – allerdings tun sie das nicht immer:

  • Ein Markt ist nicht nur attraktiv, weil er schnell wächst, sondern zum Beispiel auch deshalb, weil er groß oder wenig umkämpft ist. Schnelles Wachstum kann sogar schaden: Es lockt nämlich oft neue Wettbewerber an, wodurch die Gewinne der etablierten Unternehmen sinken (siehe 5 Forces nach Porter).
  • Ein Produkt kann auch Erfolg haben, wenn es nur einen kleinen Marktanteil hat (zum Beispiel weil es besser und teurer ist und deshalb eine höhere Marge hat).

Die Eigenschaften, die den vier Kategorien zugeschrieben werden, treffen deshalb oft nicht zu (beispielsweise kann eine vermeintliche Cash Cow Verlust machen und ein Dog hohe Gewinne).

Häufig sind die empfohlenen Strategien also

  • nicht umsetzbar (von einer Cash Cow Überschuss abschöpfen, wenn es keinen gibt) oder
  • absurd (einen hochprofitablen Dog abstoßen).

Ein weiterer Nachteil: Die BCG-Matrix lässt sich nur sinnvoll anwenden, wenn einige Produkte des Unternehmens Marktführer sind. Andernfalls werden alle Produkte als Question Marks oder Dogs eingestuft, weil ihr relativer Marktanteil unter 1 liegt.

Häufig gestellte Fragen zur BCG-Matrix

Was ist die BCG-Matrix?

Die BCG-Matrix ist ein Werkzeug, um die Produkte eines Unternehmens zu analysieren.

Dabei werden zwei Aspekte betrachtet:

  • Marktwachstum
  • Marktanteil

Die beiden Aspekte untergliedert man weiter in ‚hoch‘ und ‚niedrig‘, sodass sich insgesamt vier Kategorien ergeben:

  • Cash Cows (niedriges Wachstum, hoher Anteil)
  • Stars (hohes Wachstum, hoher Anteil)
  • Question Marks (hohes Wachstum, niedriger Anteil)
  • Dogs (niedriges Wachstum, niedriger Anteil)

Jedes Produkt wird einer Kategorie zugeordnet und für jede Kategorie gibt es eine klassische Strategie:

  • Cash Cows: Überschuss abschöpfen
  • Stars: investieren (eigene Einnahmen)
  • Question Marks: investieren (Überschuss der Cash Cows)
  • Dogs: verkaufen oder einstellen

Tipp:

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Was ist die BCG-Portfolio-Matrix?

Die BCG-Portfolio-Matrix ist ein Werkzeug, um die Produkte eines Unternehmens zu analysieren.

Dabei werden zwei Aspekte betrachtet:

  • Marktwachstum
  • Marktanteil

Die beiden Aspekte untergliedert man weiter in ‚hoch‘ und ‚niedrig‘, sodass sich insgesamt vier Kategorien ergeben:

  • Cash Cows (niedriges Wachstum, hoher Anteil)
  • Stars (hohes Wachstum, hoher Anteil)
  • Question Marks (hohes Wachstum, niedriger Anteil)
  • Dogs (niedriges Wachstum, niedriger Anteil)

Jedes Produkt wird in der BCG-Matrix einer Kategorie zugeordnet und für jede Kategorie gibt es eine klassische Strategie:

  • Cash Cows: Überschuss abschöpfen
  • Stars: investieren (eigene Einnahmen)
  • Question Marks: investieren (Überschuss der Cash Cows)
  • Dogs: verkaufen oder einstellen

Tipp:

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Was sind die klassischen Strategien bei der BCG-Matrix?

Die klassischen Strategien bei der BCG-Matrix sind:

  • abschöpfen (Cash Cows)
  • investieren (Stars und Question Marks)
  • abstoßen (Dogs)

Häufig passen diese Strategien aber nicht, weil die BCG-Matrix stark vereinfacht und die Produkte oft nicht die Eigenschaften der Kategorie haben, in die sie eingeordnet werden.

Beispiel: 

Dogs bringen laut Theorie ungefähr so viel Geld ein, wie in sie investiert werden muss, damit sie ihren Marktanteil halten. Tatsächlich können sie aber hochprofitabel sein, sodass es absurd wäre, sie abzustoßen.

Tipp:

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Quellen in diesem Artikel

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Dieser QuillBot-Artikel

Strohmeier, F. (2026, 05. August). BCG-Matrix | Erklärung, Strategien, Beispiel. Quillbot. Abgerufen am 5. August 2026, von https://quill.visionseotools.cloud/de/blog/business/bcg-matrix/

Quellen

Boston Consulting Group (o. D.) What Is the Growth Share Matrix? Abgerufen am 3. August 2026, von
https://www.bcg.com/about/overview/our-history/growth-share-matrix

Henderson, B. (1970, 1. Januar). The Product Portfolio. https://www.bcg.com/publications/1970/strategy-the-product-portfolio

Lippold, D. (2023). Die 80 wichtigsten Management- und Beratungstools (2. Auflage). De Gruyter.

Paul, H., Wollny, V. (2020). Instrumente des strategischen Managements (3. Auflage). De Gruyter.

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Franz Strohmeier, M.Sc.

Franz hat einen Master in BWL und begeistert sich für die deutsche Sprache. Er lektoriert seit mehreren Jahren Sachtexte und schreibt über Grammatik, Logik und Stil.

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